Stromzähler die mehr können

Will ein neues Haus bauen oder führt man umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen an der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus durch, ist eine Maßnahme seit dem 01.01.2010 Pflicht geworden. Der Einbau von den neuen sogenannten intelligenten Stromzählern. Denn diese kleinen schlauen Kästen können um so einiges mehr als die alten. Die alten Stromzähler in deutschen Haushalten kennen nur zwei Zustände: an und aus. Die verbrauchten Werte werden im Total gezählt, der absolute Verbrauch kann abgelesen werden, das war’s.

Anpassung ist alles

In Zeiten zunehmender drohender Energieknappheit und der Einführung und Förderung alternativer Energien wird nur auch bei den Stromzählern die Anpassung an neue Techniken vorangetrieben. Nicht das Deutschland damit ein Pionier wäre. In anderen europäischen und überseeischen Ländern sind die intelligenten Stromzähler schon lange Pflicht, wenn nicht sogar Standard.

Wie so häufig, sind die Dinge in Deutschland nicht zuletzt wegen des eigentlich hervorragenden Grundgesetzes etwas komplizierter. Denn gerade weil die kleinen Kästen so viel mehr können als an oder aus, mussten sie zunächst auf Herz und Nieren hinsichtlich der Datenspeicherung, der Datensicherheit und ihrer Kompatibilität mit dem Datenschutz und so auch den Grundrechten des Einzelnen geprüft werden.

Denn die Funktion der intelligenten Stromzähler erlaubt die Erstellung eines detaillierten Tagesprotokolls des Verbrauchers. Wann war welches Gerät eingeschaltet und wie lange? Kaffee kochen, Duschen, Fernsehen, Wäsche waschen – jede einzelne Handlung ist auf dem Protokoll zeitlich ablesbar und kann den entsprechenden Aktivitäten zugeordnet werden. Der Tagesablauf der Verbrauchers liegt damit natürlich auch relativ offen!

Zukunftsfähig

Doch genau darin liegen auch die Chancen für Stromanbieter, Verbraucher und alle die an der Energiewirtschaft beteiligt sind und ein Interesse an einer möglichst effizienten Nutzung der zur Verfügung stehenden Energien haben. Und damit kann auch der Verbraucher profitieren. Die Verbrauchsprotokolle dienen der der Schaffund von Voraussetzung für neue, dem gewandelten Strommarkt angepassten Vermarktungsstrategien. So können zu Verbrauchsspitzen und damit Versorgungsengpässen höhere Preise verlangt werden als zu Zeiten, in denen mehr Strom zur Verfügung stünde. Eine solche Spitze wäre um Beispiel der Zeitraum morgens, zwischen 6 und 8, an dem die meisten Arbeitnehmer aufstehen, duschen und Kaffee kochen. Niedrigere Preise zu Niedrigverbrauchszeiten könnten einen Anreiz bieten die Waschmaschine dann vielleicht erst später einzuschalten, eventuell mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet.

So kann die Anpassung an veränderte Bedingungen der Energiewirtschaft ein Gewinn für Alle werden.

 

 

Der Beitrag wurde am Freitag, den 02. Juli 2010 um 11:27 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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