Neue Studie belegt: Deutsche befürworten Atomausstieg deutlich

In Deutschland befürwortet eine große Mehrheit den beschlossenen Atomausstieg. Dies belegt eine neue, vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchgeführte Umfrage. Ganze 66 Prozent sind der Überzeugung, dass der Atomausstieg beibehalten werden soll. Damit wuchs die Zahl innerhalb von zwei Jahren deutlich an: Im August 2006 konnten sich erst 62 Prozent der Deutschen mit dem Atomausstieg erwärmen.

Eine im Vergleich sehr kleine Zahl (18 Prozent) wünscht sich einen Ausstieg vom Atomausstieg. Die Umfrageresultate wertet Bundesumweltminister Sigmar Gabriel als ein deutliches Zeichen dafür, dass sich „eine breite Bevölkerungsmehrheit“ der Atomkraftrisiken bewusst sei. „Die repräsentativen Zahlen zeigen auch, dass es der Atomlobby selbst mit einer millionenschweren Dauerwerbekampagne nicht gelingt, die Wahrnehmung der Atomkraftrisiken zu übertünchen. Das Gerede von einer Rückkehr der Atomenergie entpuppt sich als bloße Propaganda.“

Wie aus der Umfrage hervorgeht, stärkt vor allem das Risiko möglicher Atomkraftunfälle viele Bundesbürger in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Atomenergie. Horrorszenen, wie sie sich 1986 in Tschernobyl abgespielt haben und noch heute Bürger in den betroffenen Gebieten beeinträchtigen, scheinen nicht vergessen und fördern die Skepsis. 26 Prozent der Umfrageteilnehmer halten die Gefahr, dass ein solcher Atomunfall auch heute noch möglich sei, für gleich groß wie vor 20 Jahren. 44 Prozent sehen zwar Verbesserungen der Akw-Infrastruktur, stufen das Unfallrisiko dennoch noch immer für zu hoch ein.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (57 Prozent) hält die Atomkraft für eine große oder eine sehr große Gefahr für sich und die Familie. Einzig in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist das Unbehagen gegenüber der Atomkraft mit 49 Prozent etwas weniger groß.

Der Beitrag wurde am Montag, den 04. Mai 2009 um 09:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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